Neues von der Baustelle

Aufgrund des knappen Zeitplans geht gerade alles Schlag auf Schlag.
So hatten wir bereits Anfang dieser Woche unser Architektengespräch um den von FischerHaus ausgearbeiteten Plan nahezu in Stein zu meißeln und das Baugesuch fertig zu machen. Interessanterweise gab es in dem sehr angenehmen Gespräch nur noch ganz wenige Punkt die korrigiert werden mussten. Hier ein Wandvorsprung, da noch einer. Fenstergrößen anpassen, zusätzliche Schiebetür einplanen und noch den Kamin entsprechend der Küchenplanung verschieben.
Heute haben wir dann die ausgearbeiten Pläne erhalten und waren sehr zufrieden. Das Haus selbst wirkt von außen sehr stimmig. Der oder das Carport und der Schuppen dahinter gefallen und sehr gut. Innen ist jetzt auch nahezu alles perfekt. Beim Kamin werden wir uns wohl für den Kingfire Parat von Schiedel entscheiden, da hier der Kamin und der Ofen eine Einheit bilden und außen herum genügend Gestaltungsspielraum für Esstisch und Sofa übrig bleiben.

Interessant werden bei der Detailplanung dann die Kontroversen zwischen Bebauungsplan und Landesbauordnung. Letztere schreibt z.B. bei einem bewohnten Kellerraum einen 2. Fluchtweg über eine Öffnung mit bestimmten Maßen vor. Seltsamerweise könnten wir so ein Fenster gar nicht einbauen, da der Bebauungsplan so tiefe Abgrabungen auf ebenen Grundstücken gar nicht vorsieht.

Das Haus hat jetzt die Außenmaße 11,56m auf 7,56m bekommen und steht in ungefährer Nord-Südrichtung auf dem Grundstück. Die Wohnfläche beträgt ungefähr 135m² bei 2 Vollgeschossen. Zusätzlich steht noch ein Büro/Gästezimmer im Keller mit 30m² zur Verfügung.

Grundstücksplan

Nord-Osten

Süd-Osten

Süd-Westen

Nord-Westen

Schlußendlich steht jetzt nur noch ein Kellerfenster inkl. Lichtschacht zur Debatte, welches eigentlich direkt unter dem nördlichen Stellplatz liegen würde. Da ich kein Fan von Lichtschächten bin, könnte man meiner Meinung nach auch darauf verzichten. Mal sehen, was die Bemusterung in den nächsten 2 Wochen für Erfahrungswerte zu Tage bringt.

Leider muss auch der Baum auf dem Grundstück gefällt werden. Wir hatten einen Forstmenschen bestellt und um eine Einschätzung gebeten, da wir ihn gerne erhalten hätten. So wie es aussieht ist der Stamm aber bereits zur Hälfte angefault, da in der unteren Hälfte sich ein ca. 1,50m hoher und ziemlich tiefer Spalt gebildet hat. Netterweise hat sich unser zukünftiger Nachbar dazu bereit erklärt den Baum über einen Bekannten fällen zu lassen.

Wenn jetzt noch das Schild von FischerHaus kommt, gehts gefühlt so richtig los.

CRE180 Passivhäuser

Passend zu unserem geplanten Projekt gab es vor einiger Zeit bei Chaos Radio Express einen interessanten und informativen Beitrag über das Thema Passivhäuser.

Die Energiespar-Anforderungen an Häuser steigen und bald sollen und können Häuser unter dem Strich gar keine Energie mehr verbrauchen, sondern wandeln sich langsam zu kleinen, dezentralen Kraftwerken. Im Gespräch mit Tim Pritlove erläutert Marc Großklos vom Institut Wohnen und Umwelt in Darmstadt die Technik von Passivhäusern und die Anforderungen an den Wohnungsbau heutzutage.

Themen: Energiesparen in der Antike und im Mittelalter; grundlegende Techniken der Wandisolierung; Mehrfachverglasung; Lüftungsbedarf; Frischluftzufuhr und Wärmetauscher; Luftfilter; automatische Verschattung im Sommer; Heizungen; der Mensch und Elektrogeräte als Heizung; Heizungskonzepte; Warmwasserbereitung; Lufterwärmung durch das Erdreich; Denial of Service Attacken auf Passivhäuser; Strom sparen; Stromverbraucher-Monitoring; der Schritt vom Energieverbraucher zum Energieerzeuger; Verordnungen und gesetztliche Vorgaben für den Passivhausbau.

 

http://meta.metaebene.me/media/cre/cre180_passivhaeuser.mp3

 

Der Podcast ist insofern sehr informativ, als dass auch auf die Geschichte des Energiesparens eingegangen wird. Es wird unter anderem erläutert, dass uns Römer und Kelten im Bereich der Gebäudedämmung bereits um einiges voraus waren und dass Techniken und Erkenntnisse der letzten Jahre dort bereits verwendet wurden.
Zusätzlich wird auch mit einigem Irrglauben, der uns während der Planungszeit auch begleitet hat, aufgeräumt. Bestes Beispiel ist das Thema mit den „atmenden“ Wänden. Sinngemäß wird im Podcat beschrieben, dass es „atmende“ Wände nicht gibt, denn sobald der Putz drauf ist, kann nichts mehr atmen. Der einzige meßbare Luftaustausch in einem Passiv- oder anderweitigem Energiesparhaus erfolgt durch die Fenster und Türen. Würde auf andere Art und Weise Luft „verloren“ gehen, wäre das ganze Konzept ad absurdum geführt. Um den Energieverlust über Fenster und Türen zu minimieren, wird der Einbau einer Belüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung empfohlen.

Soweit haben wir dann zumindest bei der Planung alles richtig gemacht 🙂

Bestätigung Werkvertrag

Seit gestern ist nun auch endlich die Vorabbestätigung des Werkvertrages in PDF-Form eingetrudelt. Die Post wird den Brief vermutlich morgen in den Briefkasten werfen.

Nachdem nun auch alle Vorgespräche mit der Bank besiegelt und unterschrieben sind, kann es eigentlich losgehen.
Die Termine für die Bemusterung in den nächsten 2 Wochen sind bereits festgelegt. Das Architektengespräch selbst kann dann auch erfolgen, da bereits letzte Woche die Vermessung des Grundstücks abgeschlossen wurde.
Alles in allem tut sich gerade, aufgrund des straffen Zeitplans – Die Betonfertigteile für den Keller sollten eigentlich im Dezember noch gegossen werden – ziemlich viel.

Gerade eben ist auch noch das letzte benötigte Dokument für die Finanzierung eingetrudelt: Die Bestätigung des Energieberaters für ein KfW-55 Haus nach EnEV 2009. Damit wären wir auch energietechnisch auf einem guten Niveau.

Es geht los …

Wir haben uns nach knapp 4 Monaten Vorbereitungszeit nun endlich für einen Grundriss und einen Anbieter entschieden.
Den Zuschlag bekam die Firma FischerHaus aus Bodenwöhr. Da uns die Firma zwar nicht den besten Preis gemacht hat, aber sehr ehrlich und offen in der Planungszeit war und uns einen Fertigstellungstermin Mitte Juli 2013 versprochen hat, bekam Herr Nanka (pavel.nanka@fischerhausberater.de) und FischerHaus nun den Zuschlag.
Den Vertrag haben wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge unterschrieben. Lachend insofern, als das wir in der Angebotsphase mit den interessantesten Vertretern der Fertighausbranche zu tun hatten. Leid tut es uns um die anderen beiden Firmen, insbesondere die Fa.Weiss, die sich wirklich bis zum letzten Zeitpunkt mit einem unschlagbaren Angebot um uns gekümmert hat.
Leider können wir nur mit einem Anbieter bauen und haben diesem nun aufgrund des besser ausgearbeiteten und für uns besser verständlichen Angebot den Zuschlag erteilt.

Da wir von der Stadt Ulm dazu verpflichtet wurden, mindestens den KfW-Effizenzhaus 70 Standard (EnEV 2009) einzuhalten haben wir uns informiert, welche Bauart hierfür am besten in Frage kommt. Nach ein paar Vorabprüfungen, Gesprächen und Angeboten war klar, dass Massivhäuser den Standard nur zu einem teureren Preis oder mit Zusätzen wie Photovoltaik oder Solarthermie erreichen. Von daher haben wir bei der Vorauswahl schon dem „Holzhaus“ den Vorzug gegeben. Die dort im Regelfall verwendeten Wände erfüllen prinzipiell bereits den KfW-55 Standard.

Nachdem eine ungefähre Richtung klar war, haben wir uns für 5 Anbieter, 3 davon aus unserem Musterhauspark, entschieden und diese mit 3 DIN A4 Seiten Anforderungen konfrontiert.

  • Haas
    Die Firma Haas hatte zum Zeitpunkt das Aktionshaus Jubilee im Angebot. Prinzipiell wäre uns das Haus sehr entgegen gekommen, wenn wir
    a) nicht ein persönliches Problem mit dem Verkausberater gehabt hätten
    b) die Firma Haas nicht so selten dämlich auf unsere Bitte um einen anderen Verkausberater reagiert hätte
    c) Das Haus nicht qualitativ so elendig schlecht gewesen wäre (Kunstoffdachrinnen, etc.)
  • Talbau-Haus
    Hat uns aufgrund der „Diffusionsoffenen“ Bauweise und des sehr marketingmäßigen Angebotes nicht überzeugt. – Was versteht man bitte unter einer „Elegant geschwungenen Massivholztreppe“? –
  • FischerHaus
    Hat uns schlußendlich aufgrund der sehr guten und informativen Angebote begeistert. Hier gab es kein „querlesen“  zwischen Angebot und Bau- / Leistungsbeschreibung. Es ist hier bei jedem einzelnen Posten der genaue Anbieter des Gewerks aufgeführt. Floskeln als „Wir verwenden nur Markenhersteller oder gleichwertige Produkte“ sind im Angebot nicht zu finden.
  • Fertighaus Weiss
    Hätte uns aufgrund der räumliche Nähe zu Schwäbisch-Hall und der sehr beeindruckenden Werksführung begeistert. Leider war es ziemlich schwierig die genauen Leistungen herauszufinden. Die Bau- / Leistungsbeschreibung kennt nur Schlüsselfertig / Ausbauhaus / Extra. Für uns war nicht klar, was bei unserem Ausbaustand dabei gewesen wäre. Wer sich mit der Materie mehr beschäftigt, steigt dort bestimmt besser durch. Schlußendlich hat uns auch ein Stück weit die Zeit gefehlt die ganzen Punkte nochmals zu fixieren.
  • Kampa
    War der totale Reinfall. Der Verkaufberater wollte unbedingt einen Termin vereinbaren, hat unseren Anforderungskatalog erhalten und dann irgendwas abgeliefert, zu dem er nur sagen konnte: „Oh … Das kann ich mir nicht erklären. Ich hab es ja auch nicht gezeichnet“.
  • Lehner Haus
    Hat uns nicht nur wegen des sehr guten Architekten überzeugt. Auch die Firma selbst strahlt solide, schwäbische Wertarbeit aus. Leider bietet Lehner auch nur die diffusionsoffene Bauweise an.  Ansonsten hätten wir uns, auch aufgrund des sehr guten Angebotes, für Lehner entschieden.

Als Resüme der Vorbereitungszeit bleibt nur zu sagen, dass es erstaunlich ist, mit welchen Leuten man hier konfrontiert wird. Bei den meisten könnte man meinen, sie bauen zum ersten Mal ein Haus 🙂

Gespannt sind wir jetzt auf jeden Fall, wie die ganze Geschichte weitergeht und ob am 15.07.2013 so etwas in der Art herauskommt.