Luftfeuchtigkeit

Die letzten Tage bekam ich eine Anfragen, wie es sich denn so mit der Luftfeuchtigkeit im Haus verhalten würde.
Da ich denke, dass die Antwort vielleicht mehr Leute interessiert, möchte ich hier ein paar Punkte dazu verlieren.

Unsere „alte“ Mietwohnung war ja eher feucht. Das bedeutete, dass wir im Winter, trotz richtigem heizen und lüften, eine Luftfeuchtigkeit zwischen 70 und 80% in der Wohnung hatten. Dass es keinen geigneten Wäscheraum gab, war hierfür nicht gerade hilfreich. Die Feuchtigkeit in der Wohnung führte dazu, dass die Wände ruck-zuck gesättigt waren und sich der Dampf in Form von Kondeswasser an den kaltesten Stellen im Haus (den Fenster) niedergeschlagen hat. Die Folge waren vergammelte Fenstergummis und Schimmel am Fensterkit.
Zusätzlich kam noch die Problematik dazu, dass selbst Raum-Temperaturen von 22°C, aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit, als kühl empfunden wurden.

Die Hoffnung, diesesem Dilemma zu entfliehen stieg also mit der Option auf eine Lüftungsanlage im neuen Heim. Diese war für mich fest vorgesehen und eigentlich auch verpflichtend notwendig, wenn man einen gewissen Energiestandard erreichen möchte (z.B. KfW-55 oder KfW-40 (Passivhaus, etc.)).

In unseren Alternativangeboten aus dem Massivbau wurde hiergegen, unter anderem, jedoch massiv Stimmung gemacht:

„Eine Lüftungsanlage benötigt kein Mensch, die macht nur so trockene Luft im Winter!“

Das war der Standardsatz, den wir nicht nur einmal zu hören bekommen haben.

Jetzt, knapp 1 1/2 Jahre später können wir sagen, dass dies beinahe gelogen ist. Trotz Lüftungsanlage ist auch im Winter so viel Feuchtigkeit in der Luft, dass weder die Augen brennen, noch die Pflanzen  sofort eingehen.
Schließlich sorgen nicht nur duschen, baden und kochen für Nachschub, nein auch die Wäsche die im Haus getrocknet wird, das schwitzen beim Sport und auch das kurze Fenster aufmachen bei schönem Wetter sorgen dafür, dass alles ganz angenehm bleibt.

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Im Luftfeuchtigkeitsgraph des Bades kann man sogar erkennen, wann geduscht und gebadet wurde. Hier steigt die Luftfeuchtigkeit von ca. 51% auf 66% an und fällt danach aufgrund der Lüftunganlage kontinuierlich wieder ab auf ihren Ursprungswert von 51%.

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Über den Monat gesehen sieht man, dass zwischen 50% und 77% so alles möglich ist.

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Selbst übers Jahr gesehen, lag der die Mindestfeuchtigkeit bei 43%.
Blättert man ein bisschen im Internet, findet man schnell heraus, dass der untere Grenzwert der Behaglichkeit bei ca. 30% liegt. Empfohlen wird eine kontinuierliche Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 65%.

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Unsere große Wohnküche hingegen landet stellenweise unter den empfohlenen 40% Luftfeuchtigkeit. Aber auch hier ist uns der Wert noch nie unangenehm aufgefallen.

In einem eher weniger benutzten Raum, unserem Wohnzimmer, sieht die Situation so aus.

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Werte zwischen 39.5 und 65 % liegen völlig im normalen Rahmen.

Als letztes noch die Meßwerte des Sensors im Spitzboden. Dieser ist ja nicht gedämmt und gut durchlüftet, aus diesem Grund bekommt der Sensor beinahe die Qualität der Aussenluft mit.

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Hier sieht man seht schön, wie die allgemeine Aussenluftfeuchtigkeit im Sommer (Ende Mai / Juni) absinkt und ab Juli (viel Regen) zum Herbst hin wieder ansteigt.

Vergleicht man die Graphen oben mit der Aussenluftfeuchtigkeit, so kann man erkennen, dass die Luftfeuchtigkeit im Haus sich mehr oder weniger immer im selben Rahmen bewegt. Abhängig von der Aussen- und Abluft gelangt nämlich auch über die Lüftungsanlage (abhängig von der Aussentemperatur) ein gewisser Teil an Feuchtigkeit ins Haus.
Dies lässt sich sicherlich anhand der über die Comfoair gewonnen Daten berechnen, führt aber hier zu weit 🙂 Nur soviel. Mit sinkender Temperatur steigt der prozentuale Anteil der Luftfeuchtigkeit in der Luft. Aus diesem Grund versinken wir in Ulm im Herbst immer im Nebel. Man kann „quasi“ die Luftfeuchtigkeit bei einer Sättigung von 100% sehen und vor allem fühlen.

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Bei den Werten der Comfoair handelt es sich um geglättete Daten. Bei der Kompression wird ein Mitterlwert des Tages generiert und abgespeichert. Aus diesem Grund hatten wir laut Grafik einen eher mittelmäßigen Sommer mit Höchstwerten von 22°C. Hierfür gelobe ich fürs nächste Jahr Besserung. Der Umstieg von Munin auf Graphite ermöglich an dieser Stelle ganz neue Auswertungen 🙂

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Dank Graphite lassen sich Werte auch berechnen. Hier z.B. der errechnete Wirkungsgrad der Lüftungsanlage in den letzten 2 Stunden. Die versprochenen 90% sind keine Utopie.
Für die Berechnung des Wirkungsgrads wird die Aussenluft (4 °C) von der Raumtemperatur (21°C) abgezogen und durch die Temperatur der Zuluft (19°C) geteilt.

Wirkungsgrad = (Zuluft – Außenluft) / (Abluft – Außenluft) * 100

Abluft ist die Luft, welche den Wohnraum verlässt, Zuluft jene, welche über die Ventile wieder eingeblasen wird. Fortluft wäre dementsprechen die Luft, welche nach dem Wärmetauscher auf die Straße geblasen wird.

Dieses noch mit 100 multipliziert, ergibt einen aktuellen Wirkungsgrad von ~ 89.4 %. Nicht schlecht, für eine Marketingversprechen.

Wer sich näher mit dem Thema Luftfeuchtigkeit näher auseinandersetzen möchte, der wird hier sicherlich fündig:

http://de.wikipedia.org/wiki/Luftfeuchtigkeit

 

Restaufgaben

Nachdem es hier im Blog seit längerer Zeit, eigentlich seit Anfang August, keine regelmäßigen Updates mehr gab, muss ich doch mal wieder von unserem aktuellen Stand berichten. Passend zu den zwei heißesten Monaten (Juni und Juli) im Jahr 2014 haben wir unsere beiden Terassen fertiggestellt. Die Wahl, diese aus Holz zu machen, hat sich mittlerweile mehr als bestätigt. Das Holz ist selbst bei voller Sonneneinstrahlung warm, trocknet nach dem Regen schnell ab und fühlt sich einfach nur wunderbar an. Für nächstes Jahr haben wir zur Pflege die Beschaffung eines Hochdruckreinigers mit Bürste eingeplant. Schließlich sollte man die Terrasse mindestens einmal im Jahr mit Douglasienöl behandeln und pflegen. Die genaue Pflegeanleitung haben wir netterweise von unserem Holzlieferanten gleich mitbekommen.

Im August hatten wir dann so das erste Mal richtig Zeit, Haus und Garten zu genießen und einfach nur Urlaub zu machen. Das Gras ist gut angewachsen, die Terrassen waren fertig und die Baustelle in der Einfahrt und vor dem Haus hat uns schlichtweg nicht interessiert.

Mitte September haben wir dann angefangen die restlichen Randsteine ums Haus zu setzen. Dazu haben wir wieder bei Lithon Plus Tiefbordsteine im Maß 100 x 40 x 8 bestellt und abgeholt. Diese sehen einfach schicker und wertiger aus, als die meistens verwendeten Rasenkantensteine.

IMG_20141012_155326 Die Randsteine selbst haben wir in wieder, wie auch an der Terrasse, in ein Betonbett gesetzt. Leider sind im Herbst die Öffnungszeiten der lokalen Betonwerke nicht mehr ganz so flexibel wie im Frühjahr oder Sommer, was leider dazu geführt hat, dass wir ca. 40 Sack Fertigbeton im Schubkarren anrühren mussten.
Bei dieser Variante ist zu beachten, dass es zweierlei Fertigbeton gibt. Die günstigere Variante ist zum anrühren gedacht und die perfekte Variante zum setzen der Randsteine. Der Sack kostetet hier zwischen 2,95 und 3,95 Euro. Die teuerere Variante muss nicht mehr gemischt werden. Diese schüttet man aus dem Sack ins Lock und gießt Wasser drüber – Fertig. Hier kostet der Sack aber locker mal 7,95 Euro.IMG_20141012_155428Die Einfahr selbst ist ja so ein bisschen unser Sorgenkind. Ursprünglich hatten wir einen stufenlosen Zugang eingeplant und auch in allen Besprechungen darauf verwiesen. Dieser ist auch im Bauantrag noch so eingezeichnet. Vermutlich bei der Bemusterung muss das dann aber übersehen worden sein, denn das Fenster neben der Haustür liegt mit dem Fensterbrett unter der Haustürschwelle.
Nach reiflicher Überlegung haben wir uns dann dafür entschieden, dass wir mit dem Niveau der Einfahrt unter der Oberkante des Erdgeschossfussbodens bleiben und eine Stufe von ca. 15 – 17cm einplanen. Der Breite des Carports (3,50m) geschuldet, werden wir an der Stelle ein Holzpodest ähnlich unserer Terrassen bauen. Zum einen haben wir so einen ungefähr gleichen Stil ums Haus, zum anderen verzeiht das Holzpodest vielleicht zukünftig auch den einen oder anderen Einparkfehler im Carport.IMG_20141012_155336Der provisorische Holzstapel wird vermutlich in den nächsten 2 Jahren einem Gartenhaus weichen müssen. Die aktuelle Variante mit Rasenmäher im Carport und Gartenpumpe unter Plastikwanne ist nicht dauerhaft geeignet.

IMG_20141024_102138Die Randsteine haben wir in einem Abstand von ungefähr 15cm zur Hauswand gesetzt. Wir haben die Höhe der Steine so eingeplant, dass wir mit der zum Spritzschutz notwendigen Kiespackung unter dem Wärmedämmverbundsystem der Hauswand bleiben und schließend damit direkt an die Noppenbahn an der Kellerwand anschließen. Dadurch sparen wir uns den Putz an der Kelleraussenwand und bleiben weit genug vom WDVS der Hauswand weg.

20141010_131357 20141010_131402Passend dazu haben wir als Vorarbeit das Carport an die Entwässerung über die Zisterne angeschlossen. Ob dieses (verordnete) System so ganz clever ist, wird sich noch herausstellen. Die Entsorgungsbetriebe in Ulm schreiben vor, dass jedwegliche Hausentwässerung von Regenwasser über die Zisterne zu erfolgen hat. Gleichzeitig müssen Flachdächer, wie unser Carport, aber begrünt werden. In wie weit das Grünzeugs Auswirkungen auf die Verschmutzung der Zisterne hat, wird sich nächstes Jahr heraustellen. Vielleicht lohnt sich aber genau zu diesem Zeitpunkt die unverschämt teuere Anschaffung des Textilfilters 🙂

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Bevor der Platz vor dem Haus bekiest werden konnte, mussten wir noch ca. 4 Anhängerladungen an Schotter, kaputten L-Steinen und sonstigem Material auf die unterschiedlichen Ulmer Receyclinghöfe verteilen. Wie ich festgestellt habe, haben von diesem „Schandfleck“ kein Foto gemacht, dabei war die Entsorgung so eine elende Schufterei.
Den Split für den Unterbau haben wir beim mehr oder weniger örtlichen Baustoffhändler bekommen. Die halbe Tonne Split liegt dort bei ca. 15 Euro. Prinzipiell hätten wir den Split anliefern lassen können, hätten dann jedoch zu minimal günstigerem Preis gleich einen Berg mit 5 Tonnen vor dem Haus liegen gehabt.

IMG_20141030_141213Die Fläche selbst haben wir dann mit ein paar restlichen Latten plan abgezogen und mit Rasengittersteinen aus Beton belegt. Die Zwischenräume haben wir auf der Stellfläche mit Split gefüllt, am Laufweg zwischen Terrasse und Straße mit speziellen Füllsteinen. Dabei ist es ganz interessant wieviel Material auf einer Fläche von ca. 27 m² verschwinden kann. Den Unterbau an Schotter nicht mitgerechnet, haben wir ca. 2 Tonnen Split verteilt, 105 Rasengittersteine mit je 27 Kilo und 180 Füllsteine verlegt. Die Kosten lagen bei ca. 300 Euro für die gesamte Fläche.

20141114_163959Die Frage, warum Rasengittersteine und nicht normles Pflaster lässt sich ziemlich einfach mit dem Begriff „Niederschlagsgebühr“ beantworten. Aktuell kostet der Quadratmeter versiegelte Fläche mit Einleitung in den Kanal 0,52 €. Flächen die nicht eingeleitet, aber über öffentliche Flächen entwässert werden, liegen bei 0,26 €. Kosten, welche sich mit dem Lauf der Jahre aufsummieren und sicherlich nicht günstiger werden. Hinzu kommt, dass diese Fläche lediglich als Stellplatz für Auto, Anhänger und Holz eingeplant ist. Die „Gefahr“, dass Besuch mit High-Heels an dieser Stelle aussteigt, ist ziemlich unwahrscheinlich 🙂

20141104_165741Für die restliche Einfahrt haben wir „normales“ geplant. So ganz sicher sind wir uns noch nicht über Form und Farbe. Von daher weiß ich nicht, ob das im Jahr 2014 noch etwas wird und schließlich müssen wir ja auch noch etwas Arbeit nach 2015 retten. Aktuell sieht die Einfahrt so aus.

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Eines der Dinge, welche 2014 auch komplett unterging ist unser Kellerfenster an der Abgrabung. Mitte August ist mir aufgefallen, dass wir das auch noch verputzen müssen.

20141102_095935Vielleicht lag es aber auch eher an der schönen Rose, welche gekonnt vom eigentlich Problem ablenkt.

 

 

Statistik(en)

Seit dem Start des Baublog vor 2 Jahren habe ich Piwik im Einsatz umd einen Überblick über die Besucherzahlen zu bekommen. Schließlich möchte man ja wissen, ob das was geschrieben wird, überhaupt angenommen wird.
Beim Update gerade auf die Version 2.9 habe ich mal wieder ein bisschen mit den Statistiken, welche Piwik bietet, gespielt.
Interessant ist, dass mittlerweile zwischen 50 und 75 Besucher pro Tag auf die Seite kommen. Die meisten Benutzer werden über Google weitergeleitet. Minimal, im Gegensatz zur Direkteingabe der URL, ist der Anteil jener, welcher über die im Internet verbreiteten „Baublog-Portale“ aufschlagen. Im Jahr 2014 haben sich auf diese unterschiedlichen Art und Weise bereits über 13.000 Besucher hier informiert. 2013 waren es noch 9500 Besucher.
Auch wenn die Rückmeldungen sehr spärlich sind, hoffe ich, dass wir mit unserem Baublog dem/der einen oder anderen, auch bei einer Entscheidung für FischerHaus weiterhelfen konnten 🙂

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