Sicherheit im Smarthome

Sicherheit im Smarthome ist ein wichtiges Thema. Gerade in Zeiten wie diesen, in denen ein vermeintliches und diffuses Unsicherheitsgefühl durch unser Land wabert. Offiziellen Berichten nach, leben wir zwar aktuell in einer so sicheren Zeit wie noch nie, trotzdem gibt es bei vielen das Bedürfnis nach einem gewissen Maß an Schutz. Gerade Wohnungseinbrüche häufen sich in letzter Zeit. Die wenigsten dieser Fälle werden tatsächlich aufgeklärt. Zurück bleibt nicht nur der materielle Schaden, sondern auch ein schlechtes Gefühl für die Zukunft.
Darauf hat unter anderem die KfW reagiert und ein umfangreiches Förderprogramm, für mehr Schutz in den eigenen vier Wänden, gestartet. Wie es nun mit den Förderprogrammen so ist, muss man natürlich gewisse Voraussetzungen erfüllen um in den Genuss eines Zuschuss zu kommen.
Zum einen steht für die Maßnahmen ein Mindestinvestitionsbetrag von 2000 Euro im Raum, zum anderen muss natürlich berücksichtigt werden, dass die Arbeiten von einem Fachunternehmen des Handwerks durchgeführt werden müssen. Selber basteln ist also nicht. Wer sich zu dem Thema weiter informieren möchte, findet unter anderem im Idealo Magazin einen sehr umfangreichen und interessanten Artikel zum Thema „Einbruchschutz für Haus und Wohnung„. Das ganze kann auch als PDF heruntergeladen und gespeichert werden.
Wer allerdings selbst Hand anlegen will und mit minimalem Aufwand den Schutzfaktor etwas erhöhen möchte, wenn auch nur des Gefühls willen (Wer ins Haus will, findet einen Weg), kann dies mit ziemlich simplen Mitteln realisieren.

In unserem Fall setzen wir ja bereits seit dem Einzug in unser neues Haus auf ein Smarthome-System. Der Weg führte von einem geschlossen System (RWE-/Innogy-Smarthome) über FHEM zu openHAB. Bei openHAB als zentrale Schaltstelle sind wir zwischenzeitlich nun angekommen und auch glücklich. Nachdem vor kurzem allerdings RWE in Form von Innogy ein Update der Zentrale vorgenommen hat und damit den undokumentierten API-Zugang geschlossen hat, setzen wir nun auf Nummer sicher und haben unser openHAB-Smarthome um einen Homematic-Gateway erweitert. Als CCU für Homematic setzen wir auf eine HomeMatic CCU2 (103584) in weiß. Diese ist zwar etwas teurer, wird aber vom openHAB-Binding ohne weitere Workarounds unterstützt und funktioniert sehr zuverlässig. Langfristig ist geplant, alle RWE-Komponenten durch Homematic zu ersetzen.

Zurück zum Thema Sicherheit. Neben den bekannten Tür- und Fenstersensoren, kann man das Homematic-System problemlos um KeyMatic Funk-Türschloss (131762)
erweitern. Das KeyMatic-Funk-Türschloss bietet die Möglichkeit, per App die Haustür zu ver- oder entriegel. Als zusätzliches Schmankerl, lässt sich die Tür, sofern die Türgummis genügend Kraft haben, auch komplett öffnen. Mit der Einbindung von zusätzlichen Fernbedienungen und openHAB lässt sich dadurch eine schicke Lösung für Kinder schaffen.

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Als Voraussetzung für die Montage des Schloss benötigt man entweder einen Schließzylinder mit Not- und Gefahrenfunktion, welcher innen ca. 10mm übersteht, oder den Mut in die Tür zu bohren. Wir haben uns für ersteres entschieden und bei Amazon unkompliziert einen ABUS EC550 Profil-Doppelzylinder 6 Schlüssel bestellt.
Die Montage des Schließzylinders gestaltet sich problemlos. Schraube raus, bisschen rütteln, alten Zylinder entfernen, neuen einsetzen, bisschen klopfen und fluchen, anschließend festschrauben. Nach der Montage sollte die ganze Sache ungefähr so ausschauen.

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Der Vorteil der KeyMatic-Lösung ist ziemlich simpel. Über das überstehende Teil wird nun ein schwarzes Kunststoffteil montiert und festgeschraubt.

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Das einzig kniffelige an der Montage sind beiden kleinen Muttern und Schrauben, welche kurzzeitig gelöst werden müssen. Ansonsten, drüber stülpen und festschrauben.
Ist dieser Schritt erledigt, kann die Montage der eigentlichen KeyMatic-Komponente erfolgen. Dazu wird im ersten Schritt einer der, hoffentlich übrigen, Schlüssel in Schloss gesteckt und in Neutralstellung gedreht. Anschließend wird die KeyMatic-Komponente aufgesteckt und handfest festgeschraubt.

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Ist die Montage erledigt, geht es ans einrichten des Schloss. Obwohl ich die Anleitung, in untypischer Weise, vorab gelesen habe und mir jeden Schritt eingeprägt habe, habe ich 3 Anläufe gebraucht bis das Schloss funktioniert hat. Glücklicherweise lässt sich der Einrichtungsprozess ohne großen Aufwand neu starten und von vorne beginnen.

Obwohl der „Klotz“ im ersten Augenblick etwas groß und unförmig wirkt, gewöhnt man sich sehr schnell daran. Natürlich darf man dieses Lösung nicht mit einer voll integrierten Fingerprint-Anlage vergleichen, dafür liegt man preislich aber auch gute 1000,00 Euro darunter. Für unseren Zweck (Abends und bei Abwesenheit automatisch abschließen, Fernbedienung und unkompliziertes aufschließen für Kindern) reicht die Lösung vollkommen aus.

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Das KeyMatic-Funktür-Schloss lässt sich natürlich, sofern an einer CCU2 angemeldet, problemlos ins openHAB integrieren. Dazu legt man zwei Items mit der entsprechenden Adresse an

Switch keymatic_state    "KeyMatic [MAP(HM-Sec-Key-S.map):%s]" <door>    {homematic="address=ABC1234567, channel=1, parameter=STATE"}
Switch keymatic_open     "KeyMatic" <door>    {homematic="address=ABC1234567, channel=1, parameter=OPEN, forceUpdate=true", autoupdate="false"}

und ein entsprechende Map-Datei zur Übersetzung der Werte.

ON=Entriegelt
OFF=Verriegelt
-=Nicht initialisiert
undefined=undefiniert

Anschließend könnend die Items auf der Sitemap eingebunden werden.

Text item=keymatic_state label="Status [MAP(HM-Sec-Key-S.map):%s]" icon="door"
Switch item=keymatic_state label="← Verriegeln / Entriegeln →" icon="door"

Das Item zum öffnen der Tür habe ich auf einer seperaten Sitemap untergebracht, so dass nicht bei einer versehentlichen Bedienung die Tür geöffnet wird.

Switch item=keymatic_open label="open door" mappings=[ON="open"

In Verbindung mit einem Türsensor lässt sich sicherheitshalber der Status der Tür zu jeder Zeit überprüfen und auch eine entsprechende Benachrichtigung realisieren, falls etwas schief gehen sollte.

Als Regel kann ich folgendes empfehlen

rule "Haustüre schließen"
when
    Time cron "0 0 22 * * ?"
then

    if (keymatic_state.state == ON) {
        // close door
        sendCommand(keymatic_state, OFF)
        
        // check if door is closed or if something went wrong
        Thread::sleep(10000)
        if (keymatic_state.state == OFF) {
            logInfo("homematic.rules", "Haustüre abgeschlossen")
            pushover("Haustüre abgeschlossen. Aktueller Status: " + keymatic_state.state)
        } else {
            logInfo(homematic.rules", "Fehler beim Haustüre abschließen")
            pushover("Fehler beim Haustüre abschließen. Aktueller Status: " + keymatic_state.state)
        }
    }
end

Kombiniert mit einer Anwesenheitserkennung und dem automatischen abschließen der Haustür bei verlassen des Hauses erhöht sich der Sicherheitsfaktor mit minimalem Aufwand.
Weitere Informationen zum Schloss und weiteren Homematic-Komponenten kann man  auf der EQ3-Seite beziehen.

 

2 Gedanken zu „Sicherheit im Smarthome

  1. Mit soetwas habe ich auch schon geliebäugelt. Habe nur angst das im Falle des Falles von der Versicherung nix gezahlt wird. Ansonsten coole Sache vor allem in kombination mit „presence detection“

    • Sinnvoll ist es sicherlich, die Hausratversicherung auf einen Zusatz zu elektronischen Schlössern zu prüfen oder ggf. Rücksprache mit denen zu halten.
      Auf der anderen Seite ist vermutlich mit einem Stein die Scheibe schneller zertrümmert.

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