Fliesenkleber

„Mein Gott, wer hat denn den Kamin mit Fliesenkleber verputzt?“

Das war mehr oder weniger die Reaktion der langerwarteten Rettungstruppe, welche unseren arg geschundenen Kamin wieder auf Vordermann bringen sollte.
Der Kamin als Blickfang in der Wohn-Ess-Küche hat sich ja zwischenzeitlich schon irgendwie zum Running-Gag entwickelt. Dass RTFM (Read-The-Fucking-Manual) nicht nur in der IT seine Berechtigung hat, zeigt folgende Geschichte 🙂

Irgendwie ging mit dem guten Teil, zumindest optisch gesehen, so gut wie alles schief, was nur schief gehen kann.
Beim Einbau, oder besser gesagt vor dem Einbau, wurde bereits die komplette Transportsicherung entfernt. Die Firma Schiedl gibt in der Montageanleitung vor, dass zumindest mal die Hölzer an den Kanten während des Einbau dran bleiben sollten. Das aus gutem Grund, denn wenn der Kranfahrer nicht aufpasst und mit dem Kamin irgendwo hinknallt, platzt halt schnell ein Eck ab. So war es auch bei uns. Glücklicherweise ist dieses Malheur an einer Stelle passiert, die vom Estrich, der Sockelleiste und etwas Betonspachtel schnell kaschiert war.

12DCDAC7-7812-4F5A-B4A2-AC788E6060F4

Steht der Kamin einmal auf dem Erdgeschossboden, so muss er natürlich noch mit dem Haus selbst verbunden werden. Es möchte ja schließlich niemand einen schwankenden Kamin beim nächsten Herbststurm. Bei diesem Vorgang werden sowohl in der Decke zwischen EG und OG, als auch am Dachfirst selbst, ein paar Eisen mit dem Kamin verschweißt und ans Haus geschraubt. Leider hat bei der Montage keiner daran gedacht, dass es beim schweißen etwas spritzt und auch dadurch der Kamin in Mitleidenschaft gezogen wird.
Das selbst war auch nicht ganz so tragisch, hat doch der Aufbau der Decke viele dieser Spritzer kaschiert. Den Rest hätte man sicherlich noch weggeschliffen bekommen.

Nachdem der Kamin nun etwas ramponiert aussah, war irgendjemand der Meinung der Kamin benötige eine Verschönerung.

5CC9E37E-6DFC-4549-B6EB-93E356ACE0C2

Damit war dem „Vandalismus“ natürlich Tür und Tor geöffnet 🙂
Es folgten nun diverse Klebebänder für die Dichtigkeit beim Blower-Door-Test, Farbspritzer beim malern, etc.

Schlußendlich sah der Kamin  bei der Hausübergabe irgendwie leicht unfertig und bemitleidenswert aus. Unser Bauleiter hat uns aber versichert, dass wir auch an dieser Stelle eine schnelle und unkomplizierte Lösung finden werden.

Die „schnelle und unkomplizierte Lösung“ hat sich nun leider bis ins Folgejahr hingeschleppt, da die Restaurierung des Kamins wohl nicht so ganz einfach war. Mal abgesehen davon, dass wir bereits Ende August 2013 eine Musterplatte von Sto mit einem entsprechenden Putz hatten, stellte die Verarbeitung dessen die ausführenden Mitarbeiter vor ein Rätsel.

Der erste Versuch endete eigentlich mehr oder weniger in einem kleinen Desaster. Der Putz war aufgetragen, zeigte aber keinen betonähnlichen Effekt, sondern sah eben aus wie – nun ja – Fliesenkleber eben.

20140131_13384320140131_133856

Mal abgesehen davon, war es auch keine sonderlich gute Idee, an den Verblendrahmen des Ofens hin zu verputzen, da sich dieser beim ersten heizen entsprechend ausdehnte und den aufgetragenen Putz, frei nach dem Motto – „Platz da, hier komm ich“ – einfach mal beseite schob.

Aber auch hier stimmt mal wieder der Spruch: „Was länge währt wird endlich gut“.
Ein ausgedehnter Blick in die Verarbeitungsanleitung von Sto und in die Anleitung des Kamins zeigte die ursprünglichen Fehler auf.

a) Der Putz muss nach dem auftragen einfach nur angeschliffen werden und schon offenbart er die auf der Musterplatte so bewunderte Struktur.
b) Man kann die Blende demontieren, darunter verputzen und anschließend die Blende auf den Putz schieben.

IMG_20140711_085557 IMG_20140711_085442 IMG_20140711_085517

So haben wir nun zumindest einen Kompormiss erreicht, mit welchem wir die nächsten Jahre auf jeden Fall leben können.
Leicht war der Weg dahin allerdings nicht. Aus diesem Grund vielen Dank an alle diejenigen, welche sich tagtäglich die Mühe machen und zuerst die Anleitung lesen 🙂

 

Pleiten, Pech und Pannen …

… oder wo gehobelt wird, das fallen Späne.

Eines vorweg:

Wir würden mit FischerHaus auf jeden Fall wieder bauen.

Vor und während der Bauphase haben wir uns mit unseren Wünschen und Sorgen immer gut aufgehoben gefühlt. So gut wie alles lief nach (Termin-)Plan und war qualitativ in Ordnung und hochwertig. Zwar hat unsere Mängelliste bei der Hausübergabe ca. 50 – 60 Punkte umfasst, diese waren aber weder gravierend noch umfangreich. Hier und da musste noch jemand einen Pinsel ansetzen, wieder etwas abschrauben (Dachleiter) oder einstellen – Alles in allem Arbeiten eigentlich die man gleich hätte erledigen können.
Bildschirmfoto vom 2014-03-26 22:06:45

Auch den Entschluss FÜR ein Fertighaus in Holzständerbauweise haben wir nicht bereut und würden uns jederzeit wieder dafür entscheiden. Das Wohnklima ist sehr angenehm und wohnlich und dank der Gipskarton-Spanplatten-Bauweise lassen sich ruck-zuck Steckdosen nachrüsten, Bilder aufhängen und Lampen in die Decke einbauen. Lediglich die Montage an den Außenwänden ist etwas problematisch (Schraubenlänge beachten), da hier nicht die Dampfsperre verletzt werden sollte.

Trotz alledem sind auch wir nicht von kleineren Problemen verschont geblieben. Am schlimmsten hat es uns eigentlich im Bad im OG erwischt.
Zu allererst hat sich der Lichtschalter nicht an der passenden Stelle montieren lassen, da an dieser eben ein Ständer in der Wand war. Dies führt nun dazu, dass man heute einen Schritt ins Bad machen muss um den Lichtschalter rechts neben der Tür zu betätigen. Nicht schön, da man eigentlich intuitiv im Dunkeln so ca. 20 – 30 cm neben der Tür nach dem Lichtschalter sucht.
Der zweite Fauxpas betrift die Vorbeiwand des Waschbeckens im Bad. So gut wie alle Fliesen die ich gefunden habe, haben ein 15cm Raster. Warum dann die Vorbeiwand eine Höhe von 125 cm hat, erschließt sich mir bis heute nicht? 4 x 30 cm Fliese + 5 cm Bordüre? Warum dann die Vorbauwand im Bad im EG hingegen allerdings genau 120 cm hat und somit 4 Fliesen a 30 cm aufnehmen kann, hab ich dann nicht mehr hinterfragt. Schließlich ist auch dort der Träger für das WC 7 cm höher montiert als im Bad im OG.
Egal … Mussten wir uns halt was einfallen lassen und die Vorbauwand entsprechend erhöhen:2013-08-07 18.39.25

Das eigentlich ärgerlichere Problem war aber die Trennwand hinter der Badewand. Dass diese genau 80 cm hat, mag auf dem Plan im CAD perfekt zum eingezeichneten Badewannenrand passen. Dass aber in der Realität die Fliesen unter dem Badewannenrand liegen, hat weder unsere Architektin im Vorfeld, noch der/die Planfertiger(in) beim ausarbeiten der Details berücksichtigt. Leider ließ sich auch die Badewanne nicht wie vorgeschlagen 5 cm nach vorne rücken, da ansonsten hinten an der Wand eine etwas wagemutige Konstruktion entstanden wäre. Somit haben wir jetzt eine etwas kreative Sockelfliese und einen noch irgendwie zu verschönernden Abschluss an der Badewanne.2013-08-07 18.38.32

Etwas Pech hatten wir auch mit unserer Treppe bei der wir mit Absicht keine Wischleisten links und rechts bestellt hatten. Diese wurde ja, wie bereits ganz am Anfang berichtet, ziemlich früh eingebaut. So früh, dass die Wand natürlich nicht gestrichen und gespachtelt war. Dass sich dieser Arbeitsschritt gut ein dreiviertel Jahr später mit eingebauter Treppe etwas komplizierter gestalten könnte, hätte man damals, bzw. bei der Planung schon ahnen können.
Nach einer etwas aufwändigeren Nacharbeit im Januar sieht es momentan so aus:2014-01-30 16.49.53 2014-01-30 16.50.02 2014-01-30 16.50.10

Hübsch und professionell ist leider anders.
Da aber Wischleisten für uns nicht in Frage kommen und sich das Dilemma nicht ohne Abbau der Treppe beheben lässt, werden wir die Lücken wohl mir feinen Korkstreifen füllen. Schade … Gerade das Objekt, bei dem wir etwas mehr Geld ausgegeben haben als geplant, entspricht nicht ganz dem, was wir uns vorgestellt haben.

Am schlimmsten hat es eigentlich unseren Kamin erwischt. Nachdem irgendein Vollidiot von Handwerker seine Initialien in den Beton geritzt hat, war klar, dass die eigentlich geplante Betonoptik so nicht haltbar war.
Herr Grübener war so freundlich und hat uns über die Firma Sto ein Muster mit einem betonähnlichen Putz zukommen lassen. Dieses hat uns gefallen und wäre ein entsprechendes Trostpflaster gewesen, mit welchem die Optik des Kamins zu retten gewesen wäre.2014-02-05 21.27.30

Wäre … Denn hätte man das im Vorfeld ausprobiert, hätte man sich an das Ergebnis bei der Verarbeitung herantasten können und hätte unseren Kamin entsprechend aufbereiten können. Hätte, hätte, Fahrradk(ä)tte … Jetzt sieht es halt so aus.
Links die Musterplatte von Sto. Rechts das Ergebnis am Kamin.2014-02-05 21.27.06

Endeffektlich eine glatte und homogene graue Fläche, welche meilenweit von unsere Vorstellung entfernt ist. Da nun nichts mehr zu retten ist, haben wir mit der von FischerHaus beauftragten Fa.Vierling zumindest ausgemacht, dass die Fläche entsprechend aufgehübscht und nochmals überstrichen wird. Da beim verputzen des Kamins auch nicht die Hinweise der Fa.Schiedl bezüglich der Feuerraumtür beachtet wurden, muss auch hier nochmals nachgearbeitet werden.
2014-02-05 23.10.29

Ganz wichtig!!! Nie den Putz direkt an die Metallumrandung der Feuerraumtür anschließen. Diese dehnt sich bei Hitze aus und schiebt den Putz einfach beiseite. Schiedl empfiehlt hier die Schrauben zu lösen und hinter der Metallumrandung zu verputzen! Die Metallumrandung wird also AUF den Putz geschoben und kann sich dann entsprechend ausdehnen und zusammenziehen.

Etwas Kopfzerbrechen bereitet mir aktuell noch unsere Einfahrt. Ursprünglich war geplant, und auch extra im Architektengespräch so vermerkt, dass wir einen stufenlosen Eingang ins Haus möchten. Dies ist leider so ohne weiteres nicht möglich, denn …

a) Die Hauswand mit dem WDV-System kann nicht wie z.B. eine entsprechende Massivwand direkt angepflastert werden (sowohl mit Randstein, als auch ohne), da ansonsten das WDVS durch auftretende Kräfte (z.B. PKW) beschädigt werden könnte.
b) Irgendjemand bei der Planung nicht aufgepasst hat und den Fenstersims des Fensters UNTER die Eintrittshöhe der Haustür geplant und ausgeführt hat.2013-07-05 13.42.02

Somit müssen wir nun leider an dieser Stelle ein etwas aufwändigeres Entässerungssystem (mit Rinnen von Aco) und entsprechenden Tiefbordsteinen realisieren und werden uns vom Wunsch nach einem stufenlosen Zugang verabschieden.

Schade auch, dass die als KWL verbaute Comfoair 350 von Zehnder nur ein reduziertes Modell ist, bei welcher die Steuerplatine fehlt.
 – Warum im Jahr 2014 noch Haustechnikgeräte ohne Steuerbus (und entsprechender Software) gebaut werden, erschließt sich mir einfach nicht – 
Selbiges Problem hat übrigens auch unsere Fernwärmestation der SWU. Für nur 50 Euro mehr hätte man die kompletten Daten der Anlage auslesen können. So wurde von der SWU nur das „kleine“ Steuermodul ausgewählt und verbaut. Da die Kosten, inklusive eines happigen „Baukostenzuschusses“, aber sowieso an den Endverbraucher durchgereicht werden, hätte man das auslesbare Modul zumindest optional anbieten können.
Bei der Lüftungsanlage trifft uns das Problem fehlender Kommunikationsmöglichkeiten eigentlich extremer. Diese lässt sich nämlich dadurch nicht aus der Ferne steuern. Da unser „Massahaus“-Elektriker intelligenterweise den 3-Stufen-Schalter in den Technikraum neben die Anlage gebaut hat, bedeutet eine Umstellung der Lüfterstufe für uns nun eine Extraportion Fitness und einen Gang in den Keller.

Aktuell hakt eine Jalousie noch etwas. Diese springt beim hochfahren immer mit einem lauten „Däng“ um, da sich irgendwie die Führungsnippel in der Schiene verhaken. Ich vermute mal, dass es an der Einkerbung der Schiene liegt und diese getauscht werden muss.

2014-03-13 06.43.182014-01-18 08.34.14

 

An dieser Stelle, und auch für unsere schlecht schließende Haustür, steht noch ein Besuch des FischerHaus-Kundendienstes aus.

 

Schornsteinfeger

 

„Offizielle“ Briefe mit Aufforderungen sorgen zunächst einmal für leicht erhöhte Nervosität.  So auch im Fall des Briefes unseres Schornsteinfegers. Nachdem er ja bereits letzte Woche in einem Gespräch mit unserem Bauleiter die Dachleiter und Trittstufen abgelehnt  und um eine Putztür im OG gebeten hat, haben wir das und ein paar mehr Punkte nun schriftlich.
Bildschirmfoto vom 2013-05-04 21:50:10

Soweit ist ja alles klar und auch logisch. Die Wand wird verkleidet und der Fußboden bekommt wie üblich einen Glasplatte, damit herausfallende Glut nicht den Boden ruiniert. Für die oben beschriebene Nervosität hat jedoch der Satz mit der Wohnraumbelüftung und dem Differenzdruckwächter gesorgt. Wir haben uns ja im Dezember bei der Bemusterung nach langem überlegen extra für den Schiedl Kingfire Parat entschieden, da diese Variante im Zusammenspiel mit dem Kamin als raumluftunabhängig zertifiziert ist.
Dieser Punkt ist sehr wichtig, wenn im Haus eine Lüftungsanlage eingebaut ist, welche dem Raum ebenfalls Luft entzieht und/oder zuführt. Ist der Kamin und Ofen nicht raumluftunabhängig ausgeführt, bestünde die Gefahr, dass unter Umständen, die Gase aus dem Ofen in den Wohnraum gelangen. Um das zu verhindern, muss ein Differenzdruckwächter installiert werden, welcher im Falle eines Unterdrucks die Lüftungsanlage ausschaltet. Alternativ kann hier ein raumluftunabhängiger Ofen mit DIBt-Zulassung und CE-Kennzeichen installiert werden. Bei dieser Art von Ofen wird über eine seperate Luftzufuhr Frischluft in den Verbrennungsraum zugeführt. Dies geschieht meist über einen Kanal im Kamin. Der Kingfire bietet sich hierfür an, da die Gesamtkonstruktion (Kamin und Ofen) vom Hersteller direkt kommt.
Ein kurzer Anruf beim Schornsteinfeger brachte dann glücklicherweise Entwarnung. Es wird kein Differenzdruckwächter fällig, wenn der Ofen über die oben beschriebenen Zertifizierungen, Kennzeichen und eine selbstschließende und dichte Ofentür verfügt. Um das zu überprüfen, habe ich ihm die auf der Schiedl-Homepage verfügbaren Unterlagen gemailt. Schade daran ist, dass dies an uns hängebleibt und niemand von FischerHaus Rücksprache mit dem Schornsteinfeger gehalten hat. Erwähnt haben wir es mehrfach, nicht nur bei der Bemusterung.
In den Sternen steht momentan, was mit den Trittstufen und der Dachleiter passiert. Da sie eigentlich überflüssig sind, erwarten wir auch, dass sie, nicht nur aus optischen Gründen, wieder abgebaut werden.